14.3.2006

Wunderschönes Kolumbien

Von Sandra Weiss um 18:22 [ Lateinamerika ]
Schöne Fotos aus einem wunderschönen Land, das nach 40 Jahren leider noch immer keinen Ausweg aus dem Kriegslabyrinth gefunden hat:

Kolumbien








Kommentare

peschä
2006-03-15 14:26:13

als erstes mal danke für die vielen schönen fotos, die sie uns immer senden, frau weiss, auch wenn fernweh und winterüberdruss dadurch nicht unbedingt erträglicher gemacht werden...
kolumbien hat ja gewählt. bei lateinamerikanischen ländern hört man hierzulande zwar oft von den missgriffen der regierungen, doch über die opposition wird selten geschrieben. mich würde daher interessieren, wie sie die alternativen zu den amtierenden machthabern denn einschätzen. auch z.b. in peru stehen ja wahlen an, doch über ollanta, flores und co. weis man eigentlich kaum etwas. gerade in peru hatte ich unter eindruck von lokalpolitikern sowieso etwas den eindruck, dass man schon ziemlich korrupt sein muss um überhaupt in die position des präsidentschaftskandidaten zu gelangen...

Sandra
2006-03-15 15:29:53

In Kolumbien hat die Opposition wohl keine Chancen gegen Uribe. Das Land wird sich immer mehr zu einer Para-Narco-Republik entwickeln, und mittendrin die Amis. Könnte noch interessant werden. Ich stelle hierzu mal meinen neuesten Artikel in den blog.
Peru steht mal wieder vor der Wahl superkonservatives Establishment (was damals Vargas Llosa war ist heute Lourdes Flores) oder völliger Außenseiter (damals Fujimori, heute Ollanta). Ich habe mit beiden gesprochen und nicht den Eindruck, dass sie willens bzw. in der Lage sind, die Dinge in Peru zu verbessern. Leider.

Klarer Sieg für Hardliner Uribe bei Parlamentswahlen in Kolumbien
- Hohe Enthaltung und Gewalt überschatten Urnengang

Von Sandra Weiss

Montevideo. Nach dem klaren Sieg der Regierungsparteien bei der Parlamentswahl am Sonntag in Kolumbien ist der Weg für eine zweite Amtszeit von Präsident Alvaro Uribe geebnet. Ersten Ergebnissen zufolge errangen die Uribe nahe stehenden, rechten Parteien 60 Prozent der Sitze im Kongress. Sollte der als Hardliner geltende Staatschef – wie alle Umfragen vorhersagen – die Präsidentschaftswahl im Mai erneut gewinnen, hätte er damit die nächsten vier Jahre weitgehend freie Hand in dem südamerikanischen Bürgerkriegsland. Auf der Agenda stehen kontroverse Themen wie die Ratifizierung des Freihandelsabkommens mit den USA, die weitere Demobilisierung der rechten Paramilitärs, eine Rentenreform und die Fortsetzung der Militärhilfe der USA zur Bekämpfung der Guerilla.

Überschattet war der Urnengang von einer hohen Enthaltung, die bei über 60 Prozent lag und dem von der linken Guerilla der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) verkündeten Wahlboykott, den die Rebellen in ihren Hochburgen im Süden des Landes gewaltsam durchsetzten. Vor der Wahl hatten Rebellen Dörfer attackiert und mehr als 30 Menschen getötet, am Wahltag verbrannten vermummte Kämpfer Urnen und schüchterten Wahlhelfer ein. Obwohl den Wählern in dieser Region aus Sicherheitsgründen der Zeigefinger bei der Stimmabgabe nicht mit wasserfester Tinte gekennzeichnet wurde, ging kaum jemand an die Urnen. Die rechten Paramilitärs hingegen übten in ihren Hochburgen im Norden Druck auf die Wähler aus, um ihnen nahe stehenden Kandidaten zum Sieg zu verhelfen. Als Folge einer Wahlrechtsreform, die die Stimmabgabe deutlich komplexer machte, war außerdem fast eine Million Stimmzettel ungültig.

Die Oppositionsparteien wählten am Sonntag ihre jeweiligen Präsidentschaftskandidaten. Für die im Niedergang befindliche, Liberale Partei, die erstmal in 50 Jahren ihre relative Mehrheit im Parlament verlor, geht Horacio Serpa ins Rennen, der schon 2002 gegen Uribe verloren hatte. Der linke Pol der Demokratischen Alternative stellte den ehemaligen Verfassungsgerichtspräsidenten und Senator Carlos Gaviria auf , der sich besonders durch Kritik an Uribes Nachgiebigkeit gegenüber den Paramilitärs hervorgetan hat. Die einst vom Staat als Stoßtruppen gegen die Guerilla aufgestellten Todesschwadronen handelten mit Uribe ein Abkommen aus, das ihnen gegen Abgabe ihrer Waffen weit gehend Straffreiheit zusichert. Das Demobilisierungsabkommen ermöglichte vielen Paramilitärs und ihren Verbündeten eine Kandidatur bei diesen Parlamentswahlen. "Mehr als 35 Prozent des Kongresses" wollen die rechten Todesschwadronen nach Aussage des Paramilitär-Kommandanten Salvatore Mancuso erreichen. Hauptziel der tief in den Drogenhandel verstrickten Paramilitärs ist es, die Auslieferung von Drogenhändlern an die USA zu stoppen.

Nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse rief ein selbstsicherer und gestärkter Uribe die Farc-Guerilla auf, dringend einen ernsthaften Friedensprozess zu beginnen. Die Farc weigern sich beharrlich, mit Uribe zu verhandeln, den sie als Lakaien der Narco-Paramilitärs bezeichnen und einen ernsthaften Willen zu sozialen, wirtschaftlichen und politischen Reformen absprechen. Die kleinere und militärisch unbedeutende Guerilla Nationales Befreiungsheer (ELN) hingegen führt seit einigen Monaten Gespräche mit der Regierung und hatte für die Wahl eine Waffenruhe angesetzt.


Kolumbien - info [at] parteien-online.de - http://www.parteien-online.de/forum/sued-amerika/81-parlamentswahlen-kolumbien.html
2006-04-03 13:16:17

Das Schöne Kolumbien hat gewählt. Es scheint diesmal alles im Rahmen abgelaufen nennen es einige in http://www.parteien-online.de/forum/sued-amerika/81-parlamentswahlen-kolumbien.html Glück im Unglück in Kolumbien. Soll das etwa schon die Tagesordnung sein? Es ist noch viel zu tun in Lateinamerika.

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