| 09.3.2006Journalismus ist nicht gleich Journalismus. Insbesondere auf den Philippinen, wo der Ruf der Gattung Medienschaffender nicht noch tiefer sinken kann. Wegen ein paar pechschwarzer Schafe.
Lügen oder Fakten? Einerlei. Hauptsache, Gegner werden geschädigt.
"Teegelder"? Selten wegzudenken.
Und ja, nirgendwo auf der Welt werden mehr Journalisten ermordert als auf den Philippinen - selbst mehr als im Irak.
Also hat eine philippinische Journalistengewerkschaft einen Ehrenkodex zum Metier veröffentlicht:
The Journalist’s Code of Ethics
(What follows is the full text of the Journalist's Code of Ethics as adopted by the National Union of Journalists of the Philippines. A copy can be found on the website of the NUJP.)
I. I shall scrupulously report and interpret the news, taking care not to suppress essential facts nor to distort the truth by omission or improper emphasis. I recognize the duty to air the other side and the duty to correct substantive errors promptly.
II. I shall not violate confidential information on material given me in the exercise of my calling.
III. I shall resort only to fair and honest methods in my effort to obtain news, photographs and/or documents, and shall properly identify myself as a representative of the press when obtaining any personal interview intended for publication.
IV. I shall refrain from writing reports that will adversely affect a private reputation unless the public interest justifies it. At the same time, I shall fight vigorously for public access to information.
V. I shall not let personal motives or interests influence me in the performance of my duties, nor shall I accept or offer any present, gift or other consideration of a nature that may cast doubt on my professional integrity.
VI. I shall not commit any act of plagiarism.
VII. I shall not, in any manner, ridicule, cast aspersions on, or degrade any person by reason of sex, creed, religious belief, political conviction, cultural and ethnic origin.
VIII. I shall presume persons accused of crime of being innocent until proven otherwise. I shall exercise caution in publishing names of minors and women involved in criminal cases so that they may not unjustly lose their standing in society.
IX. I shall not take unfair advantage of a fellow journalist.
X. I shall accept only such tasks as are compatible with the integrity and dignity of my profession, invoking the “conscience clause” when duties imposed on me conflict with the voice of my conscience.
XI. I shall conduct myself in public or while performing my duties as journalist in such manner as to maintain the dignity of my profession. When in doubt, decency should be my watchword.
Journalist auf den Philippinen - eine berufliche Unmöglichkeit? 23.2.2006Das schöne Königreich Thailand hat Geflügelimporte aus Europa verboten.
Vogelgrippe dort, lautet der Grund.
Ansonsten für ihr Kurzzeitgedächtnis berühmt, zeugt dieser Vergeltungsschlag thailändischer Sachpolitiker von geradezu phänomenalem Erinnerungsvermögen.
Schliesslich hatte Europa die Thailänder mit einem Geflügelimport geschlagen.
Und zwar damals, nachdem Thailand seinen Ausbruch der Vogelgrippe wissentlich verschwiegen hatte, um seine Geflügelindustrie nicht zu gefährden.
Es ist müssig, nun zu werweisen, ob ein Nicht-Lügen der thailändischen Behörden die Ausbreitung der Vogelgrippe beeinflusst hätte. Immerhin war mehrere Monate lang offiziell gelogen worden - Zeit genug, müsste man meinen, das Lungenfieber in den Griff zu kriegen.
Ärzte, die mit der Wahrheit an die Öffentlichkeit wollten, wurden von der Regierung mit Prozessdrohungen eingeschüchtert.
Derweil gilt das Virus im Königreich alles andere als ausgerottet. Aus den regionalen Nachbarländern Indonesien und Malaysia werden neue Fälle gemeldet - nur Thailand schweigt wieder. 10.1.2006 In Asien werden offenbar nicht nur Schweizer Uhren und Gucci-Taschen gefälscht.
Gucci. Religion für viele, ist überhaupt nicht mein Ding. Doch mal in Paris besuchten meine Frau und ich den dortigen Gucci-Laden beim Triumphbogen.
Dabei fiel uns erst auf, dass meine Frau ja ihre gefälschte Gucci-Tasche aus Asien dabei hatte, als uns Verkäuferinnen so seltsam nachblickten.
Dieses Modell hatten sie noch nie gesehen. Die gute Verarbeitung der Fälschung schien selbst die gestandenen Gucci-Kennerinnen zu irritieren, ob die Tasche wohl doch nicht echt sei.
Doch Stammzellenforschung ist keine Gucci-Tasche.
Hatte der südkoreanische Stammzellenfälscher Hwang Woo-suk (siehe Bild) im Ernst geglaubt, mit Ruhm und Lügen davonzukommen?
Kann man sich nur fragen, was sonst noch alles an Fälschungen rumgeistert. 04.1.2006In Indonesien gehört der oberste Chef der Streitkräfte neu gekürt. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, ganz Demokrat, liess die drei Hauptanwärter dazu antreten: Im Scharfschützenstand.
Gezählt sind die Tage des Lobbying. Ein General, ein Marschall und ein Admiral traten an. Marschall Suyanto von der Luftwaffe traf als einziger alle drei Schüsse ins Schwarze. Der Präsident wird dem Parlament noch in diesem Monat den Namen seines Vorzugskandidaten unterbreiten.
Was uns sagt: Ein guter Schütze siegt noch über jeden clevereren Kopp. 03.1.2006
Mit dem neuen Jahr, den Vorsätzen und Hoffnungen sind auf den Strassen hier in Bangkok wieder all die Wahrsager, Handleser und Kartenleger aufgetaucht. Gnade den Weisen! Denn wer sich nur mit einem Gedanken an den Sehern und auch Mönchen, Prominenten und Noblen versündigt, lade schwere Not auf sich, warnte meine Frau auch gestern wieder, als für eine wohl sehr hohe Persönlichkeit die Autobahn abgesperrt wurde, was für unsereins Fussvolk, das in seinen Autos festgeklemmt sass, bedeutete, zwei Stunden für nichts im Stau zu stehen. Meine Frau schien mir sagen zu wollen, dass ich der einzige sei, der unablässig fluche. Tatsächlich wartete man in den Autos nebenan mit einer Ergebenheit, als sei's eine Vorsehung, für den Comfort der Persönlichkeit im blockierten Auto warten zu dürfen.
Doch die Wahrsager eben: Sie wissen alles, auch wenn keiner der Zunft die Tsunamis vorausgesagt hatte. Worauf meine Frau entgegnen würde, dass man Wissen nicht mit Unwissenden teilt.
Doch das Sphärische ist eben ganz gewöhnlich, fassbar, ja normal hierzulande. Denn auch: Ganze Körper sind von Tätowierungen verziert. Nicht zur Verzierung. Vorab zum Schutz gegen Böses und Geister, insbesondere für Krieger und Ähnliche. Und das wirkt garantiert. War denn Thailand je von einer fremdem Macht kolonisiert worden?
Und dann all die Amulette, zu denen ganze Zeitschriften und Magazine herausgegeben werden. Ausländer werden nie verstehen, wo und wie die Grenzen zwischen Sphäre und Materie hier verlaufen.
Unsereins fühlt sich oftmals wie ein Betonpfeiler, zumal diese ungreifbaren Halb-, Unter- und Überwelten für Ansässige so normal sind, dass sie mit ihnen leben, ohne noch weiter Worte darüber zu verlieren.
Und diese Wahrsager dann eben, die auf den Strassen wieder vom Glück und Unglück des angebrochenen Jahres sprechen, gehören hier zum Jahresbeginn wie im Okzident ein guter Kater. Wobei mein Thailändisch nicht ausreicht, all die Finessen und Untertöne mitzukriegen, die mir von Kartenlegern und Handlesern mitgeteilt würden, weshalb ich auf deren Menetekel wohlweislich verzichte. Auch hatte ich da diese Erfahrung vor Jahren, als mir ein Wahrsager nach erfolgter Bezahlung klar zu verstehen gab, dass er sich mit dem erfrischend Guten an Prophezeitem wohl geirrt habe. Denn plötzlich hatte er ein unverschämtes Honorar gefordert, das zu zahlen ich mich weigerte. Womit ich es mit dem Schicksal aufnahm.
Wo mir doch immer eingetrichtert worden war, das Schicksal sei nicht käuflich. Doch sowieso. Zum Glück liest meine Frau diesen Blog nicht. Sonst hätte ich mich, in ihren Augen, für dieses Jahr gleich wieder vorauseilend versündigt, ich, der Unwissende mit der Sensitivität eines Pflastersteins.
21.11.2005 Thailand plant, bei einem neuen Safari-Zoo in Chiang Mai Fleischgerichte von Löwen, Giraffen, Elefanten, Zebras, Büffeln, Krokodilen und auch Hunden aufzutischen.
Erst soll man die Tiere bestaunen, dann gleich verzehren können.
Tierschützer laufen Sturm, insbesondere in Kenia, wo der thailändische Premier Thaksin Shinawatra soeben auf Besuch war und Kenia für den Export von 175 wilden Tieren nach Chiang Mai dankte.
Zoodirektor Plodprasop Suraswadi beruhigte, beim Zoo werde nicht geschlachtet, die servierten Tiere seien nicht vom Aussterben bedroht und alles Fleisch werde legal importiert. Die Idee zu exotischen Gerichten habe er aus Afrika, wo für Safari-Gäste Raub- und andere wilde Tiere gekocht würden.
Kenias Wildtier-Behörde (KWS) dagegen hat jetzt angekündigt, den Export der Tiere nach Thailand zu überdenken. Von einem Restaurant mit Löwen auf der Speisekarte habe man nichts gewusst.
Thailands WWF nennt das geplante Restaurant namens „Predator“, Raubtier, eine „barbarische Idee“. Es gebe auch keine Garantie, dass wilde Tiere aus Kenia plötzlich auf den Tellern von Thailand-Touristen landen würden.
Das Verständnis in Thailand für Umweltschutz ist bestenfalls rudimentär, Tierschutz geradezu unbekannt. Wilderer haben den Wildtierbestand drastisch dezimiert. Letzter, unberührter Lebensraum schwindet und selbst in Nationalparks kann jagen, fischen und bauen, wer über genügend Einfluss verfügt.
Die neueste Tourismusattraktion nun, Raubtiere durch renommierte Chefköche zu einem Buffet zubereiten zu lassen, zielt vorab auf chinesische Touristen ab, von denen mehr und mehr nach Thailand strömen. Viele Chinesen halten den Verzehr von Wildtieren für ein Aphrodisiakum. Für bestimmte Körperteile von insbesondere Tigern und Bären werden auf dem Schwarzmarkt Wucherpreise bezahlt.
Dass Thailand eine Umkehr von globalen Bemühungen zum Schutz von Wildtieren erwäge, werde die Schuldigen „schon noch abstrafen“, erzürnte sich der thailändische Altpremier Anand Panyarachun, ein Berater des Königs. Die gute Arbeit von Umweltschützern, so Anand, werde durch Leute ruiniert, die um der Profite willen der Natur schaden.
Das exotische Wildtier-Buffet, das um die 100 Euro pro Kopf kosten soll, sei „nicht zu verbieten für Touristen, die diese Küche mögen“, erklärte Zoodirektor Plodprasop. Das sei eben „Marketing“, er werde seinen Plan nicht aufgeben und über weibliche Kritiker machte er sich lustig, er „heiße alle Mädchen willkommen, sich als Protest auszuziehen, dann lege auch ich meine Kleider ab“.
Bild: Elefanten-Safari in Thailand. (adi)26.10.2005 Akasi, ein asiatisches Japan-Magazin, hat wieder einmal die verschwiegene Liebesaffäre von Asiaten mit Nazi-Deutschland aufgegriffen. Das in Hongkong erscheinende Magazin brachte in seiner Oktober-Ausgabe Hochglanzseiten von karg bekleideten asiatischen Schönheiten. Eine Aufnahme zeigt ein bildhübsches Modell mit Hitlergruss vor einem riesigen Hakenkreuz. Bei einer anderen Aufnahme schmiegt sich das Modell an Nazi-Kriegsgeneral Heinz Guderian und schließlich bleibt auch das Modell mit einer Nazi-Puppe im Arm nicht erspart, die sich an die Brustwarzen der jungen Asiatin klammert. Die Bilder trivialisieren den Nazi-Holocaust auf billigste Weise. Doch nirgendwo brach ein Skandal aus.
 Nazi-Deutschland ist für viele Asiaten noch immer der Inbegriff an Begehrlichkeit: Hitler gilt als Powermann, der Ziele erreichte, die Panzer der Nazis waren immerhin von Mercedes und Porsche gebaut und der Designer von Nazi-Uniformen war niemand geringer als Hugo Boss. Weshalb der gefürchtete General Guderian, der auch als Vater des Blitzkriegs gilt und Warschau niedergewalzt wollte, weshalb Guderian gleich mit einer Hugo Boss-Tasche in der Hand abgelichtet wurde. Guderian ist zwar seit 51 Jahren tot. Doch irgendwo hatte das Magazin eine lächelnde Plastikvisage des Generals aufgetrieben. Überdies ist ein Stück über Leben und Werk Guderians zu lesen.
 In Asien dauert eine beunruhigende Faszination mit dem Dritten Reich an. Teil der Faszination ist die Tabu-Natur der Nazi-Symbole, verbunden mit einer „verkrüppelnden kulturellen Amnesie“, wie das US-Magazin Newsweek einst dieses asiatische Phänomen nannte, dunkle Geschichtskapitel wie Japans Kriegsverbrechen, Kambodschas Rote Khmer oder auch Indonesiens Kommunisten-Genozid nicht aufzuarbeiten, ja gar zu banalisieren.
T-Shirts mit Nazi-Emblemen sind in Asien gar chic - etwa mit dem Aufdruck „Adolf Hitler European Tour“. In Seouls Uni-Viertel war eine Bar namens „Das Dritte Reich“ ein Geheimtipp. Das Servierpersonal trug Hakenkreuz-Uniformen, ein Angestellter nannte sich „Hitler the Waiter“, an den Wänden hingen SS-Erinnerungsstücke und Adolf Hitler-Porträts. Der Besitzer weigerte sich, das gut laufende Lokal zu schließen. Sein einziger Kompromiss: Er änderte den Namen in „Das Fünfte Reich“ – ausgerechnet in Korea, einem Land, das schlimm unter dem Nazi-Verbündeten Japan litt.
 Bei sonstigen Veröffentlichungen, die das Nazitum verherrlichen, bricht in Asien ansonsten schon Empörung aus. Um Akasis halbnackte Nazi-Schönheiten blieb es völlig ruhig, obwohl es der Herausgeber des Magazins klar auf einen Skandal abgesehen hatte, um die Verkaufszahlen zu steigern. Doch dieser Herausgeber, schrieb ein Kolumnist in Hongkong, habe die Medien arg unterschätzt. Die Bildergeschichte sei „schlichtweg zu blöd“, als dass sie jemanden schockieren könne. Das Stück sei entweder reine Satire, so der Kolumnist, das Werk eines völlig Verstörten oder aber die Mädchen seien einfach zu hübsch, als dass man ihnen böse sein könne. 14.10.2005Es gibt in der lokalen Thai-Presse hier eine spannende Interview-Serie mit Verstorbenen, die gefragt werden, in welcher Bar sie einen trinken würden, wenn sie noch nicht tot wären und in Bangkok lebten. Jüngste in der Serie: Ludwig van Beethoven und Mao Zedong
 Question: Mr Beethoven, welcome. Nice to have you here. If you were alive today and living in bangkok, what bar would you drink at?
Beethoven: What?
Question: If you were alive today and living in bangkok, what bar would
you drink at?
Beethoven: What?
Question (louder): If you were alive today and living in bangkok, what bar would you drink at?
Beethoven: What?
Question: (louder) If you were alive today and living in bangkok, what bar would you drink at?
Beethoven: What?
FA (louder): If you were alive today and living in bangkok, what bar would you drink at?
Beethoven: What?
FA: Ludwig Van Beethoven thank you. And may you reast in peace!
Beethoven: What?
 Question: Comrade Mao, what would be your favourite bar in Bangkok if you were still alive and oiling your revoluntary zeal?
MAO: The Dollhouse in Soi Cowboy (Anmerkung des Bloggers: Dollhouse = eher wilder Schuppen)
Question: Why?
MAO: Informants say many acrobats in performance troupe are daughters of the oppressed rural poor. Would buy them drink, seek their views on collectivism; organise cells with view to fermenting revolution; overthrow revionist government; establish people’s republic. Also Dollhouse have Chang beer at only 45 baht (Fr. 1.50) during happy hour and performance troupe don't wear any knickers when dancing.
Question: Thank you Chairman Mao. Have a good one and rest in peace! 30.8.2005In einigem ist meine Wahlheimat Thailand rückständig, in anderem geradezu wegweisend – so bei seiner Kampagne gegen das Rauchen. Auf Zigarettenpackungen gehören im Königreich neuerdings Horrorfotos von sterbenden und gestorbenen Rauchern aufgedruckt. Nach Behördenangaben haben die grässlichen Fotos die Zahl der Raucher in wenigen Monaten solide gesenkt.
Rauchen in Thailand fällt schon so schwer. In jedem Restaurant und öffentlichen Gebäude herrscht Rauchverbot. Auch beim Kauf von Zigaretten gibt’s jetzt das Rauchen schwer gemacht. Der Markenschriftzug der Zigarette ist bloss noch klein angebracht. Den grössten Teil der Verpackungen füllen widerliche Fotos von Raucherkranken aus. Die Aufnahmen zeigen ein vom Rauchen verschwärztes Gebiss, Totenköpfe, einen geöffneten Brustkorb mit Krebslunge oder eine zerfurchte, von Qualm umhüllte Greisin.
Rauchen in Thailand ist schon fast Volkssport. Wie viele Länder Asiens ist auch Thailand ein Land der Kettenraucher. Das soll ändern. Seit März hat mindestens die Hälfte beider Seiten einer Zigarettenschachtel von warnenden Horrorfotos bedeckt zu sein. Je nach Foto steht darüber in grossen Thai-Lettern aufgedruckt: Rauchen kann Kindern schaden, den Kehlkopf schädigen, vorzeitiges Altern und üblen Atem verursachen, Lungenkrebs auslösen und, ja, töten.
Intensive Antikampagnen Öffentlichkeit vergraulen nicht nur Thailands Rauchern die Freude an ihrer Sucht. Erfolgreich sind auch Thailands Kampagnen gegen Aids sowie ein neuerlicher Kehraus im Rotlichtmilieu. In breiten Kampagnen wird überdies vor übermässigem Alkohol- und Pillenkonsum gewarnt. Alkoholische Getränke dürfen nur noch um die Mittagszeit und am Abend verkauft werden. Viele Bürgerinnen und Bürger verurteilen derlei Kampagnen als Eingriff in ihre Privatsphäre. Gesundheitsexperten dagegen loben das Königreich für seine Aufklärungsbemühungen insbesondere zu den Gefahren von Tabak. Thailand verfügt weltweit über eine der fortschrittlichsten Gesetzgebungen zum Schutz vor Tabakwerbung und dem unfreiwilligen Ausgesetztsein von Rauch.
Für Thailands Kettenraucher aber, die unappetitliche Verpackungen nicht vertragen, ist bereits Abhilfe geschaffen. An Strassenständen werden leere Zigarettenschachteln mit den alten, grossen Marlboro- und anderen Schriftzügen verkauft. Die Originalschachtel mit den unschönen Fotos wirft man weg und steckt die Zigaretten in die neue Schachtel, damit man beim Rauchen nicht ständig daran erinnert wird, was Rauchen ist. 19.5.2005Und wieder ein unvergesslicher Tag im Leben der vielen Miss Universe, die Ende Mai in Bangkok die Schönste der Schönsten küren. Mussten die Mädchen doch in der Bierfabrik des lokalen Hauptsponsors Biergläser heben und das Bier auch gleich kosten.
Manch eine wischte sich strahlend Schaum von den Lippen, doch keine wollte so richtig probieren. Und wie erst musste wieder gelächelt werden, als der Bierchef die frohe Meldung verkündete, dass zum Anlass der Tausendschönchen im Land ganze drei Millionen Sonderbierdosen mit Extraaufdrucken in den Verkauf gingen.
 Den Missen kam eine besondere Ehre zu: Sie durften den Knopf drücken, der die Produktion der Extradosen startete.
Es geht um die Schönste aller Schönen. Da lassen sich diese Fragilchen so einiges gefallen. Selbst beim Tsunami-Probealarm auf Phuket, den die Mädchen für Tourismuswerbung mitzumachen hatten, wurde eifrig geguckt und gelacht. Ja selbst bei der jüngsten Bootsfahrt unter brütender Sonne, als sich die Mädels im knappen Badeanzug während Stunden auf dem Deck zu räkeln hatten, selbst da verging keiner die Laune. Derweil aber räusperte sich die Bevölkerung.
Aufnahmen zeigten die sich windenden Schönen mit Tempeln im Hintergrund. Nach Protestaufrufen, wie Buddha mit so viel Haut zu vereinbaren sei, trat der Tourismusminister persönlich vor die Bevölkerung und versicherte, dass die Tempel-Bikini-Szenen aus dem offiziellen Filmmaterial geschnitten würden.
Beim Bier aber, nach zehn Tagen Hetzerei von Sponsor zu Galas und endlos weiter, beim Bier eben, da wirkte manch eine abgeschlagen, trotz gegenteiliger Beteuerungen, dass man hier die Zeit seines Lebens verbringe und gar nicht mehr nach Hause wolle.
Die Mädchen werden von vor Sonnenaufgang bis Mitternacht von Termin zu Termin gejagt. Man solle immer das Positive sehen, meinte Miss Jamaica. Man könne die Fahrten im Bus für kurze Nickerchen nutzen. Doch wie mit aufrechtem Kopf dösen? Denn das Haar, das liebe. Miss Grossbritannien nämlich meinte, selbst in der Morgenfrühe bleibe ihr kaum Zeit, sich das Haar korrekt zu stylen.
Alles haben die Miss Universe. Nur nicht genug Schlaf. Und der macht bekanntlich schön.
Alle sehen sie mittlerweile etwas - wie soll ich sagen – weniger frisch aus als noch Anfang Monat bei der Ankunft am Flughafen. Bei Miss India tritt plötzlich die süsse Krähennase etwas unvorteilhaft hervor. Auf anderen wirkt das Haar plötzlich irgendwie seltsam und wieder andere können kaum ihren Ärger verbergen, rund um die Uhr wie Disney-Figuren vorgeführt zu werden.
Auch die lokale Presse hat mittlerweile bemerkt, dass die Gesichter der Schönen leicht in sich zusammenfallen würden, sobald sie keine Kameras auf sich wüssten. Doch Schönheit hat ihren Preis. Die Kameras sind überall.
Mein Tipp? Korea? Oder Bolivien? Peru? Die Anden waren schon immer sympathisch ... Auch mit Nigeria würde ich zu keinem Dinner nein sagen. Ach ich bin flexibel. Und Chapeau vor diesen Grazilchen. Alle haben sie's verdient. Das ist Hochleistungssport, den die Mädchen da liefern.
Die Schönen beim Bier: Klick hier. | |